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Das Königshaus

Aus skandinavien-wiki.net

Die dänische Monarchie gehört zu den ältesten der Welt. Seit dem 14. Januar 2024 ist Frederik X. König von Dänemark. Seine Mutter Margrethe II. hatte an diesem Tag nach 52 Jahren auf dem Thron abgedankt.[1]

Das Königshaus

Zum Königshaus im engeren Sinn gehören heute:[1]

  • König Frederik X. und seine Gemahlin, Königin Mary
  • Königin Margrethe II., die auch nach der Abdankung Teil des Hauses bleibt und das Prädikat Majestät behält
  • Kronprinz Christian, Prinzessin Isabella und die Zwillinge Prinz Vincent und Prinzessin Josephine, die vier Kinder des Königspaares
  • Prinz Joachim, der Bruder des Königs, und seine Frau Prinzessin Marie
  • Prinzessin Benedikte, die Schwester von Margrethe II.

Die Kinder von Prinz Joachim sind Graf Nikolai, Graf Felix, Graf Henrik und Komtesse Athena von Monpezat. Margrethe II. beschränkte im September 2022 die Titel Prinz und Prinzessin auf die direkte Thronfolgelinie, seit dem 1. Januar 2023 tragen die Kinder von Joachim den Grafentitel.[2]

Die Thronfolge:[1]

  1. Kronprinz Christian
  2. Prinzessin Isabella
  3. Prinz Vincent
  4. Prinzessin Josephine
  5. Prinz Joachim
  6. Graf Nikolai
  7. Graf Felix
  8. Graf Henrik
  9. Komtesse Athena
  10. Prinzessin Benedikte

Seit 2009 erben Söhne und Töchter gleichberechtigt. Königin Mary steht nicht in der Thronfolge. Der Kronprinz hat ab seinem 18. Geburtstag einen Sitz im Staatsrat, Christian wurde am 15. Oktober 2023 volljährig und nahm am 14. November 2023 zum ersten Mal teil.[1]

König Frederik X. und Königin Mary

Königliches Wappen. Seit 1959 ist das „Drei Löwen“-Wappen das einzige Staatswappen Dänemarks.

Frederik wurde 1968 als ältester Sohn von Margrethe II. und Prinz Henrik geboren. Beide Söhne, Frederik und Joachim, bekamen eine militärische Ausbildung, Frederik dazu eine Schulung im Frogman Corps, der Kampftaucher-Einheit der dänischen Marine. Er schloss ein Studium der Politikwissenschaft an der Universität Aarhus ab, studierte zeitweise an der Harvard University in den USA und arbeitete zwischendurch im dänischen Auswärtigen Dienst.

Am 14. Mai 2004 heiratete er Mary Elizabeth Donaldson, geboren 1972 in Tasmanien, Australien. Sie studierte am Hobart College und an der University of Tasmania und schloss dort mit dem Bachelor in Jura und Wirtschaftswissenschaften ab. Seit dem Thronwechsel ist sie Königin.

Das Königspaar wohnt in Kopenhagen im Palais Frederiks VIII. auf Amalienborg.[3]

Königin Margrethe II.

Margrethe wurde am 16. April 1940 als älteste von drei Töchtern von Frederik IX. und Königin Ingrid geboren. 1959 machte sie ihr Abitur und studierte danach an den Universitäten Kopenhagen, Cambridge und Århus sowie an der Pariser Sorbonne und in London, vor allem Politikwissenschaft und Archäologie. 1967 heiratete sie den französischen Diplomaten Graf Henri de Laborde de Monpezat (1934 geboren), der durch die Heirat Prinz Henrik wurde. Sie bekamen zwei Söhne, Frederik (1968) und Joachim (1969). Prinz Henrik starb am 13. Februar 2018.

Als Regentin pflegte Margrethe einen weltoffenen Stil. Auf den Sommerfahrten mit der königlichen Yacht Dannebrog besuchte sie alle Teile des Reiches, darunter die Färöer und Grönland. Ihre Neujahrsansprachen hatten eine persönliche Handschrift. Daneben arbeitete sie als Malerin, Designerin von Kirchentextilien, Bühnenbildnerin, Buchillustratorin und Übersetzerin, aus dem Schwedischen und, zusammen mit Prinz Henrik, aus dem Französischen ins Dänische.

Nach der Abdankung nutzt sie das Palais Christians IX. auf Amalienborg als Winterresidenz.[3]

Prinz Joachim und Prinzessin Benedikte

Prinz Joachim heiratete 1995 die 1964 in Hongkong geborene Alexandra Manley. Aus der Ehe stammen die Söhne Nikolai (1999) und Felix (2002). Die Ehe wurde 2005 geschieden, Alexandra ist seitdem Gräfin von Frederiksborg und gehört nicht mehr zum Königshaus.[1] Joachims zweite Frau ist Marie, mit der er die Kinder Henrik und Athena hat.[2] Das Königshaus nennt Joachim, Marie und Benedikte als Bewohner des Palais Christians VIII. auf Amalienborg.[3]

Prinzessin Benedikte (geboren 1944) heiratete 1968 Prinz Richard zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Ihre Schwester Anne-Marie (geboren 1946) heiratete 1964 den griechischen König Konstantin II. und verlor dadurch ihren Platz in der Thronfolge.[1]

Geschichte

Das Königshaus lässt sich bis auf Gorm den Alten (gestorben 958) zurückführen. Das Königtum war zunächst ein Wahlkönigtum, in der Praxis wurde aber meist der älteste Sohn des Königs gewählt. Dafür musste der König eine „Handfeste“ unterzeichnen, die das Verhältnis zwischen ihm und seinen Untertanen regelte. Mit der Erbmonarchie 1660 wurde die Regierungsform absolutistisch. Die Erbfolge, bei der der Thron im Prinzip auf den erstgeborenen Sohn überging, legte das Königsgesetz von 1665 fest.

Die Verfassung vom 5. Juni 1849 machte aus der absolutistischen eine konstitutionelle Monarchie. Das Thronfolgegesetz vom 27. März 1953 führte teilweise die weibliche Erbfolge ein, dadurch konnte Margrethe 1972 Königin werden.[1] Seit 2009 sind Söhne und Töchter in der Erbfolge gleichgestellt.

Monarchen 1448 bis 1947

Mit dem Tod Christoffers III. 1448 starben die direkten Linien des älteren Königsgeschlechts aus. Zum Nachfolger wurde Herzog Christian von Oldenburg gewählt, der im selben Jahr als Christian I. den Thron bestieg und zum Stammvater der oldenburgischen Linie wurde. Sie regierte bis 1863.

In diesem Jahr starb Frederik VII. ohne Kinder. Nach dem Erbfolgegesetz von 1853 ging der Thron an Prinz Christian von Glücksburg, der als Christian IX. zum Stammvater der glücksburgischen Linie wurde. Sie sitzt bis heute auf dem Thron.

Christian IX. erhielt den Beinamen „Schwiegervater Europas“. Seine Tochter Alexandra heiratete Edward VII. von England, Dagmar heiratete Zar Alexander III. von Russland und Thyra heiratete Herzog Ernst August von Cumberland. Sein Sohn Vilhelm wurde 1863 als Georg I. König von Griechenland, sein Enkel Carl 1905 als Haakon VII. König von Norwegen.

Sein Sohn Frederik VIII. war bereits 63 Jahre alt, als er 1906 den Thron bestieg. Nach seinem Tod 1912 folgte ihm Christian X., der Dänemark durch beide Weltkriege führte. Als „Reiterkönig“ ritt er 1920 nach der Wiedervereinigung Nordschleswigs mit Dänemark über die alte Grenze. Seine Ritte durch Kopenhagen in den ersten Jahren der deutschen Besetzung 1940 bis 1945 machten ihn zum Symbol der nationalen Einheit.

Frederik IX. und Margrethe II.

Christian X. starb 1947. Ihm folgte Frederik IX., der 1935 die schwedische Prinzessin Ingrid geheiratet hatte. Sie hatten drei Töchter: Margrethe, Benedikte und Anne-Marie. Frederik IX. akzeptierte sofort, dass der König ohne politische Macht war, und passte die Monarchie an die Demokratie an. Mit seinem zwanglosen Auftreten wurde er in der Nachkriegszeit sehr beliebt. Er starb am 14. Januar 1972, Königin Ingrid starb im Jahr 2000. Margrethe II. regierte bis zu ihrer Abdankung am 14. Januar 2024.[1]

Aufgaben des Königs

Dänemark ist eine konstitutionelle Monarchie. Der König kann keine politischen Handlungen von sich aus vornehmen. Er unterzeichnet alle Gesetze, sie gelten aber nur mit der Gegenzeichnung eines parlamentarisch verantwortlichen Ministers. Als Staatsoberhaupt ist er an der Regierungsbildung beteiligt: Nach Beratung mit den Parteien beauftragt er jemanden mit der Bildung einer Regierung und ernennt danach das Kabinett. Er leitet den Staatsrat, in dem Gesetze unterzeichnet und damit in Kraft gesetzt werden.

Ministerpräsident und Außenminister berichten dem König regelmäßig über die politische Lage. Bei Staatsbesuchen im In- und Ausland steht er an der Spitze. Seine wichtigsten Aufgaben sind, Dänemark nach außen zu repräsentieren und im Land als Anlaufstelle für die Bevölkerung zu dienen, etwa bei Ausstellungseröffnungen, Jubiläen und Einweihungen.

Die königlichen Orden

Der König ist Ordensherr des Elefanten-Ordens und des Dannebrog-Ordens. Der Elefanten-Orden ist die höchste Auszeichnung und reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Früher bekamen ihn vor allem ausländische Fürsten und der dänische Hochadel, heute fast nur ausländische Staatsoberhäupter und Mitglieder der Königsfamilie.

Der Dannebrog-Orden wurde 1671 von Christian V. gestiftet und bekam 1808 nach dem Vorbild der französischen Ehrenlegion neue Statuten mit mehreren Klassen. Er geht heute vor allem an verdiente dänische Staatsbürger. Die Entscheidung über Verleihungen liegt beim Ordensherrn, die Verwaltung beim Ordenskapitel als Teil des königlichen Hofes.

Die Krönungsinsignien

Zu den Krönungsinsignien gehören Krone, Zepter, Reichsapfel, Reichsschwert und Salbgefäß, dazu die Ordensketten des Elefanten- und des Dannebrog-Ordens. Das älteste Stück ist das Reichsschwert Christians III. von 1551. Seit etwa 1680 liegen die Insignien auf Schloss Rosenborg in Kopenhagen.

Bei den Wahlkönigen setzten Klerus und Adel dem Gewählten die Krone auf. 1660/61 trat an die Stelle der Krönung eine Salbung. Für die Salbung Christians V. 1671 wurde eine neue Bügelkrone angefertigt. Die absolutistischen Könige setzten sich die Krone selbst auf und wurden in der Kirche gesalbt. Mit der Verfassung von 1849 wurden die Salbungen abgeschafft. Der neue Monarch wird seitdem vom Ministerpräsidenten vom Balkon von Schloss Christiansborg aus zum König ausgerufen. So geschah es auch am 14. Januar 2024 bei Frederik X.

Residenzen

Ab dem 15. Jahrhundert wurde das Kopenhagener Schloss zur festen Residenz der Könige, 1730 ersetzte es Schloss Christiansborg. Nach dem Brand von Christiansborg 1794 zog der König nach Amalienborg, das seitdem Hauptresidenz ist. Im wieder aufgebauten Christiansborg gibt es weiter Repräsentationsräume, unter anderem für Galadiners und die Neujahrsempfänge.

Amalienborg bestand ursprünglich aus vier fast gleichen Adelspalais, die um einen achteckigen Platz stehen. In der Mitte steht die Reiterstatue von Frederik V., geschaffen vom französischen Bildhauer J. F. J. Saly. Das Viertel Frederiksstaden wurde 1748 zum 300-jährigen Thronjubiläum des oldenburgischen Königshauses angelegt. Heute nutzt das Königshaus die Palais so:[3]

  • Palais Christians IX. (Palais Schack): Winterresidenz von Königin Margrethe
  • Palais Christians VIII. (Palais Levetzau): Wohnung von Prinz Joachim, Prinzessin Marie und Prinzessin Benedikte
  • Palais Frederiks VIII. (Palais Brockdorff): private Residenz des Königspaares, auch Verwaltung und Repräsentation
  • Palais Christians VII. (Palais Moltke): keine Wohnung, Gästepalais für den König und Zeremonien

Andere Schlösser

  • Fredensborg im Norden Seelands: Lustschloss im italienischen Barockeinfluss, 1720 bis 1722 von Frederik IV. nach dem Ende des Großen Nordischen Krieges gebaut. Besonders oft nutzte es Christian VIII., der dort die „Fredensborg-Tage“ mit den europäischen Fürstenhäusern abhielt. Das Schloss dient heute für Galadiners bei Staatsbesuchen und für Familienfeiern.
  • Marselisborg im Süden von Aarhus: dem Barock nachempfunden, 1899 bis 1902 im Auftrag der Stadt gebaut und Prinz Christian (später Christian X.) und Prinzessin Alexandrine zur Hochzeit 1898 von der Bevölkerung geschenkt.
  • Gråsten in Südjütland: 1936 stellte der Staat das Schloss dem frisch vermählten Kronprinzenpaar Frederik (IX.) und Ingrid als Sommerresidenz zur Verfügung.
  • Rosenborg in Kopenhagen und Frederiksborg in Hillerød: beide Anfang des 17. Jahrhunderts von Christian IV. gebaut, früher zeitweise Residenz, heute Museen. Rosenborg zeigt die „Chronologische Sammlung der dänischen Könige“, in Frederiksborg sitzt das Nationalhistorische Museum.

Nicht geprüft ist, welches der Schlösser Fredensborg, Marselisborg und Gråsten das Königspaar und Margrethe heute nutzen.

Hofhaltung und Finanzen

Die dänische Hofhaltung gilt im Vergleich mit anderen Königshäusern als bescheiden. Das Zeremoniell ist auf das Nötigste beschränkt, mehr Aufwand gibt es bei Staatsbesuchen, königlichen Hochzeiten, runden Geburtstagen und Regierungsjubiläen.

Der Staat zahlt dem König die Civilliste (Statsydelse). Sie beträgt im Haushaltsjahr 2026 laut Finanzgesetz 134,6 Mio. DKK. Darin ist ein Anteil für Kronprinz Christian enthalten, die Summe sinkt um 4,0 Mio. DKK, sobald das Gesetz über Jahrgeld für Kronprinz Christian in Kraft tritt. Prinzessin Benedikte erhält 1,4 Mio. DKK im Jahr, ebenfalls aus diesem Betrag. Die Beträge werden zweimal jährlich an den Lohnindex für Staatsangestellte angepasst.[4][5] Die Zahl der Beschäftigten am Hof und die Beträge für Margrethe II. und Joachim sind nicht geprüft.

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Danmarks kongehus. lex.dk, abgerufen am 20. Oktober 2026 (dänisch).
  2. ↑ 2,0 2,1 Count Nikolai of Monpezat. Wikipedia, abgerufen am 20. Oktober 2026 (englisch).
  3. ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 Amalienborg. Det Danske Kongehus, abgerufen am 20. Oktober 2026 (englisch).
  4. ↑ Kongen. Finansministeriet, abgerufen am 20. Oktober 2026 (dänisch).
  5. ↑ Faktaark: Bevillingen til kongen og medlemmerne af det kongelige hus. Finansministeriet, abgerufen am 20. Oktober 2026 (dänisch).
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